Der Ursprung des Cimbalons liegt in Asien. Heutzutage existiert das trapezförmige Instrument in mehreren Ländern unter verschiedenen Bezeichnungen, wie Santur, Qanun, Yanchin, u.v.m. Während der Völkerwanderung kam das Instrument nach Europa und wurde in vielen Ländern im 14, 15 und 16. Jahrhundert sehr beliebt.

Dabei hatte jedes Land eine andere Bezeichnung für das Instrument: in deutschsprachigen Ländern nannte man es "Hackbrett", in englischsprachigen - "Dulcimer", in Frankreich - "Tympanon", in Italien und Spanien "Salterio" und in Ungarn, Rumänien, der Tschechei und Slowakei - "Cimbalom".

Im 18. und 19. Jahrhundert wurde das Cimbalom als Zigeunerinstrument bekannt.

Ungarische Volksmusik wurde in den Dörfern gespielt, wo das Cimbalom eine große Rolle spielte. Nach dem Unabhängigkeitskrieg (1848) wurde das Cimbalom zu einem Symbol der Volksmusik. Ferenc Erkel, der Gründer der Ungarischen Oper, verwendete das Cimbalom zum ersten Mal in der ungarischen klassischen Musik. Die Oper "Bánk Bán" hatte ihre Premiere im Jahr 1861.

Mit seiner zunehmenden Beliebtheit reformierte es der Instrumentenbauer József V.Schunda. Er verbreitete den Tonumfang des Instruments von zweiundhalb Oktaven bis vierundhalb Oktaven und baute ein Pedal wie beim Klavier ein.

Solch ein großes Instrument benötigte Beine.

1874 gründete Géza Allaga die erste Schule für das neue Cimbalom. Ab 1890 war er der Cimbalomlehrer an der Nationalen Musikschule in Budapest. Immer mehr Komponisten schrieben Musik für das ungarische Cimbalom. Ab 1897 war es möglich dieses Instrument an der Akademie der Musik in Budapest zu studieren. Der Lehrer war László Kun, ein Schüler von Allaga. Während der Jahrhundertwende wurde das Cimbalom in allen Städten Ungarns unterrichtet. Anfang des XX Jahrhunderts komponierten Debussy und Strawinsky auch für das ungarische Cimbalom. Zu diesem Zeitpunkt waren die berühmtesten Lehrer Dezső Erdélyi (der Lehrer nach Allaga an der Nationalen Musikschule) und Janka Fodor (der Lehrer nach Kun an der Akademie der Musik). Im 20. Jahrhundert war das Cimbalom praktisch verschwunden. Nur in Budapest konnte man die traditionelle Cimbalommusik noch hören. Wenige, jedoch sehr wichtige Komponisten schrieben Musik für das Cimbalom, wie Zoltán Kodály und Béla Bartók. Die bekanntesten Interpreten waren zu dieser Zeit Aladár Rácz und später Ida Tarjáni Tóth.

Nach Schunda rekonstruierte József Bochak das Cimbalom, in welcher Form wir es bis heute kennen. In den 60er Jahren wurde die Cimbalommusik wiedergeboren. Immer mehr Menschen interessierten sich für das Studium im Fach Cimbalom. Viele ungarische Komponisten schrieben Solo- und Orchesterstücke mit dem Cimbalom. Heute besteht die Möglichkeit es in verschiedenen Musikschulen, sowie am Ferenc Liszt Konservatorium für Musik in Budapest zu studieren. Die berühmtesten Instrumentenbauer sind Gábor Frey und István Jancsó. Das Cimbalom dieser Art wird in den Nachbarländern, wie Slowakei, Tschechien, Moldavien und Rumänien gespielt.

Viktória Herencsár